recomWell Campylobacter IgG
recomWell Campylobacter IgA
Enzymimmun-Test mit rekombinant produzierten Antigenen zum Nachweis von IgG- und IgA-Antikörpern gegen Campylobacter jejuni und Campylobacter coli
Bei der Gattung Campylobacter handelt es sich um gramnegative, spiralförmige, mikroaerophile meso- bis thermophile Stäbchenbakterien, die bipolar begeißelt sind. Die Campylobacteriose des Menschen ist vorwiegend eine nahrungsmittelbedingte, intestinale Infektion mit weltweitem Vorkommen. Die Hauptinfektionsquelle sind kontaminierte und ungenügend gegarte Lebensmittel (vorwiegend Geflügel) oder Trinkwasser in tropischen Ländern. Der Darmtrakt von warmblütigen Wild- , Nutz- und Heimtieren stellt hauptsächlich das Erregerreservoir dar. In Deutschland stehen intestinale Campylobacter-Infektionen nach den enteralen Salmonellosen an zweiter Stelle aller gemeldeten bakteriellen Enteritiden, wobei vermutlich die Dunkelziffer durch nicht erkannte Fälle um ein Vielfaches höher liegt.
Campylobacter jejuni verursacht mehr als 90% und Campylobacter coli ca. 9% aller Infektionen. Neben nahezu asymptomatisch verlaufenden Infektionen finden sich schmerzhafte gastrointestinale Symptome mit teils blutigen Diarrhöen, Fieber, Arthralgien und Myalgien. In seltenen Fällen kann es im zeitlichen Abstand von wenigen Wochen zu Infektionsfolgeerkrankungen wie einer postinfektiösen Reaktiven Arthritis oder eines Guillain-Barré-Syndroms kommen.
Der recomWell Campylobacter ist ein serologischer, quantitativer in-vitro Test zum Nachweis von Antikörpern der Klassen IgG und IgA gegen rekombinant hergestellte Antigene von Campylobacter jejuni und Campylobacter coli. Nach abgelaufener oder persistierender Campylobacter-Infektion, primär nachgewiesen durch ein kulturelles diagnostisches Verfahren aus dem Stuhl, kann der recomWell Campylobacter als Screening-Test zur Abklärung postinfektiöser Komplikationen eingesetzt werden.
Produktvorteile
- Rekombinante Antigene, dadurch
- Hohe Sensitivität und Spezifität
- Ausgezeichnete Diskriminierung zwischen negativen und positiven Resultaten
- Immundominante Antigene von Campylobacter jejuni und Campylobacter coli
- Getrennter Nachweis von IgG- und IgA-Antikörpern
- Identische Abarbeitung bei IgG- und IgA-Nachweis
- Einfache Quantifizierung
- Einfache Testdurchführung; Automatisierung möglich
- Einheitliche Abarbeitung, sowie einheitliche und austauschbare Reagenzien bei allen MIKROGEN ELISA
- Break-a-parts: Abarbeitung von Einzelproben möglich
- CE-Kennzeichen: Die recomWell Campylobacter Tests erfüllen die hohen Anforderungen der EG-Richtlinie 98/79/EG für In-vitro-Diagnostika.
Testprinzip und -durchführung
Indirekter Sandwich-Test.
Rekombinante Antigene sind an die Festphase gebunden.
1. Inkubation
Zugabe 1:101 verdünnter Patientenproben (10 µl Serum oder Plasma), Inkubation 1 Std bei 37 °C.
4x waschen
2. Inkubation
Zugabe Peroxidase-konjugierter anti-human IgG- bzw. IgM-Antikörper, Inkubation 30 Min bei 37 °C.
4x waschen
Farbreaktion
Zugabe gebrauchsfertiger TMB-Lösung, Inkubation 30 Min bei Raumtemperatur, Abstoppen der Substrat-reaktion mit H3PO4, Messung der Extinktion bei 450 nm.
Evaluierung
Zur Leistungsbewertung des recomWell Campylobacter IgG/IgA wurden Patientenproben unterschiedlicher Herkunft getestet.
Sensitivität
* Serumproben von Patienten mit einer positiven Campylobacter Stuhlkultur (C.jejuni, C.coli), die Blutabnahmen wurden 0 bis 81 Tagen nach der Stuhldiagnostik entnommen, der Krankheitsbeginn war nicht bekannt.
** Proben von Patienten mit Verdacht auf Guillain-Barré-Syndrom (GBS) unklarer Ätiologie, Daten über vorangegangene intestinale Infektion waren nicht vorhanden (getestet mit recomWell Campylobacter ohne P39).
*** Proben von Patienten mit Verdacht auf Reaktive Arthritis (ReA) unklarer Ätiologie, Daten über vorangegangene intestinale Infektion waren nicht vorhanden.
Zur Überprüfung von möglichen Kreuzreaktionen wurden insgesamt 100 Proben mit bekannter Serologie zu Yersinia enterocolitica/Y. pseudotuberculosis, Helicobacter pylori, Borrelia burgdorferi, Parvovirus B19 und Toxoplasma gondii untersucht. Es wurde kein Hinweis auf Kreuzreaktionen gefunden.


